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Schornsteinbekleidungen

Bei der Erstellung von Bekleidungen an Schornsteinköpfen und Abgasanlagen sind spezielle Vorschriften einzuhalten. Der Schornsteinfeger gibt hierüber Auskunft, wie eine Brandsicherheit für die Dachfläche gewährleistet wird.

Frank Gramm

 

B ekleidungen von Abgasanlagen sind zusätzliche äußere Schalen zum Schutz gegen Wärmeableitung oder Witterung oder für dekorative Zwecke. In der Norm DIN V 18160-1:2006-01 wird gefordert, dass Abgasanlagen und Schächte von Abgasanlagen gegen Niederschlagswasser und schädigende Feuchteansammlungen zu schützen sind. Die Oberflächen der Abgasanlagen und der Schächte von Abgasleitungen müssen, soweit sie ans Freie grenzen, gegen das Eindringen von Niederschlagswasser geschützt sein. Zum Beispiel mit witterungsbeständigem Außenputz nach DIN EN 998-1, oder mit Bekleidung aus witterungs- und frostbeständigen Baustoffen. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass der obere Bereich der Bekleidung immer so gestaltet sein muss, dass kein Regen zwischen Wange und Bekleidung gelangen kann. Im Falle einer Hinterlüftung muss die Abdeckung eine stetige Luftzirkulation gewährleisten.

Der Dampfdiffusionswiderstand der einzelnen Schalen mehrschaliger Abgasanlagen, hinterlüftete Schalen ausgenommen, darf nicht größer sein als der Dampfdiffusionswiderstand der vorausgehenden inneren Schale. Der Dampfdiffusionswiderstand zusätzlicher Bekleidungen zum Freien oder zu Kalträumen darf nicht zu einer Feuchteansammlung in der Baukonstruktion der Abgasanlage führen. Dies gilt als sichergestellt, wenn zwischen Abgasanlage und Bekleidung ein belüfteter Zwischenraum mit einer Breite von mindestens 1,5 Zentimeter angeordnet ist. Für die zusätzliche Wärmedämmung von Abgasanlagen und Verlängerungen sind formbeständige und nicht brennbare Dämmstoffe zu verwenden. Der Dampfdiffusionswiderstand zusätzlicher, außen an der Abgasanlage angebrachter Dämmstoffe, darf nicht zu einer unplanmäßigen Feuchteansammlung in der Konstruktion der Abgasanlage führen. Dies gilt bei Platten oder Matten aus mineralischen Dämmstoffen ohne Dampfdiffusionssperrschicht oder anderweitige Beschichtung als sichergestellt. Die sichere Durchführung einer erforderlichen Reinigung oder Überprüfung der Abgasanlage darf durch die Anbringung einer Bekleidung nicht behindert werden.

 

Baustoffe für die Anwendung

Für Bekleidungen der Oberfläche von Schornsteinen dürfen bis zu einem Abstand von einem Meter von der Mündung ohne weiteren Nachweis bei Schornsteinen für feste Brennstoffe nur nicht brennbare Baustoffe verwendet werden. Als nicht brennbare Baustoffe für Bekleidungen von Oberflächen von Abgasanlagen oder von Schächten für Abgasleitungen können sein:

Mauerwerk nach DIN 1053-1 und DIN V ENV 1996-1-1

Schiefer, Faserzementplatten, Faserzement/Faserbetonstülpköpfe

Titanzink, Kupfer, Edelstahl, Aluminium, verzinkter Stahl.

 

Befestigung der Außenschale

Bekleidungen aus Schiefer, Faserzement, Titanzink, Kupfer, Edelstahl, Aluminium und verzinktem Stahl können auf Unterkonstruktionen genagelt oder geschraubt sein. Die Unterkonstruktion kann rahmenartig anliegen oder mit Dübeln an Abgasanlagen mit Außenschalen aus Mauerwerk oder Beton oder an Schächten von Abgasleitungen befestigt sein. Für die Unterstützung von Bekleidungen aus Mauerziegeln können beispielsweise Auskragungen aus Leichtbeton verwendet werden. Sofern für die Anbringung der Unterkonstruktion an der Außenschale aus Mauerwerk oder Beton Schrauben und Dübel verwendet werden, dürfen diese die Funktions-, Brand- und Standsicherheit nicht gefährden und die Außenschale nicht in unzulässiger Weise schwächen. Dübel oder Schrauben dürfen das Innenrohr nicht beschädigen und nicht im inneren des Schachtes eingeführt sein.

 

Konstruktionen für den Unterbau

Für Unterkonstruktionen von Bekleidungen an Abgasanlagen mit Außenschalen aus Mauerwerk oder Beton oder an Schächten für Abgasleitungen dürfen Holzlatten verwendet werden. Großflächige Unterkonstruktionen aus brennbaren Baustoffen dürfen verwendet werden, wenn diese die erforderlichen Abstände nach DIN V 18160-1 einhalten. [DIN V 18160-1 6.9: Zu Bauteilen, die nur mit geringer Fläche an Schornsteine angrenzen, wie Fußleisten oder Dachlatten, benötigen diese Schornsteine keinen Abstand, wenn diese Bauteile außenseitig frei liegen oder außenseitig nicht zusätzlich wärmegedämmt sind]. Zusätzlich müssen Unterkonstruktionen mit brennbaren Baustoffen bei Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe zum Schutz gegen Entflammen durch Flugfeuer oder strahlende Wärme dicht mit nicht brennbaren Baustoffen abgedeckt sein.

 

Belüftungsebene sicherstellen

Wenn zur Vermeidung von Feuchteansammlungen eine Belüftung eingesetzt wird, muss zwischen den Abgasanlagen und den Schächten von Abgasleitungen und der Bekleidung ein Zwischenraum von mindestens 1,5 Zentimeter ausgebildet sein. Zu- und Abluftöffnungen müssen jeweils mindestens 75 Quadratzentimeter groß sein. Hierbei wird empfohlen, die Öffnungen möglichst gleichmäßig verteilt über den äußeren Umfang der Abgasanlagen und der Schächte von Abgasleitungen anzuordnen. Die Entlüftungsöffnung am oberen Ende ist ausreichend gegen auftreibendes Regenwasser oder Flugschnee abzusichern. Dazu ist ein Wasserfalz von circa zwanzig Millimeter am oberen Ende und eine Überdeckung entsprechend folgender Kriterien vorzusehen:

bei Mündungen bis acht Meter über Geländeoberfläche fünfzig Millimeter

bei Mündungen über acht bis zwanzig Meter, achtzig Millimeter

bei Mündungen über zwanzig Millimeter, einhundert Millimeter.

Bei Stülpköpfen, die oberhalb der Dachhaut beginnen, genügt ein umlaufender Abstand zur Dachfläche und zur Abgasanlage und zum Schacht von Abgasleitungen von mindestens zwanzig Millimeter. Durch Befestigungsmittel für die Unterkonstruktion der Bekleidung darf der Luftzwischenraum nur so weit unterbrochen werden, als eine gleichmäßige Belüftung der gesamten Oberfläche der Abgasanlage und des Schachtes von Abgasleitungen sichergestellt ist. Durch die Befestigungsmittel darf der Luftzwischenraum nicht unzulässig eingeschränkt werden. Dies gilt als erfüllt, wenn die Oberfläche zu nicht mehr als zwanzig Prozent von den Befestigungsmitteln abgedeckt wird.

 

Schornsteinabdeckungen an der Mündung

Für den Schutz der Schalen der Abgasanlage und der dazugehörigen Schächte gegen Eindringen von Niederschlagswasser an der Mündung können als abgasbeständige Bauteile zum Beispiel verwendet werden:

Abdeckplatten aus Beton

Abdeckplatten aus Faserzement

Abdeckplatten aus nicht rostendem Stahl der Werkstoffnummer 1.4301 nach DIN EN 10028-7 oder aus höherwertigeren nicht rostenden Stählen.

Abdeckplatten dürfen die Wärmedehnung der Innenschale mehrschaliger Abgasanlagen nicht behindern und die Austrittsöffnungen von Abgasanlagen nicht unzulässig verengen. Dies gilt bei hinterlüfteten Abgasanlagen auch für die Austrittsöffnungen für die Hinterlüftung und bei Luft-Abgas-Systemen auch für die Lufteintrittsöffnungen. Keinesfalls dürfen die Abdeckplatten, so wie sie eventuell in den Zulassungsbescheiden der Abgasanlagen dargestellt werden, bei einer anstehenden Bekleidungsmaßnahme weggelassen werden. Die Abdeckplatten sind Bestandteil der Abgasanlage und dienen unter anderem auch der Funktionsfähigkeit.

 

Dachdurchführung für mineralische Fertigteilaufsätze

Bei Fertigteilköpfen und örtlich angebrachten Bekleidungen, die oberhalb der Dachfläche enden, kann die Abdeckung der Fuge im Bereich der Dachdurchführung vor der Montage des Kopfes oder der örtlich angebrachten Bekleidung direkt an der Abgasanlage oder am Schacht angebracht werden. Die Anschlussstelle wird dann vom Kopf oder der Verkleidung überdeckt. Die Abdeckung sollte dabei etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter an der Abgasanlage oder am Schacht hochgezogen werden. An Schornsteinen (L90 und Abstandsklasse G50) müssen großflächige Unterkonstruktionen aus brennbaren Baustoffen (Holzschalungen) dicht mit nicht brennbaren Baustoffen abgedeckt werden oder hinterlüftet sein.

 

Fazit: Sicherheit im Dachbereich

Bei Einhaltung der genannten Randbedingungen ist ein gefahrloser Betrieb mit der neuen Schornsteinkopfverkleidung der Feuerungsanlagen für unserer Kunden möglich.

Bei Fragen wenden Sie sich einfach an Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister. Er berät Sie gerne.

 

 








Bundesverbandstag in Köln

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